Fünf Tage, viele Fragezeichen im Gepäck – und am Ende waren da plötzlich meine Flügel.
Fünf Tage war ich auf einer Reise – nicht nur auf einer Reise zu mir selbst, sondern auch durch Parallelleben, Dimensionen und Räume, die sich mit Worten manchmal nur schwer beschreiben lassen. Und all das inmitten der Schweizer Berge, an einem wunderschönen See, wo ich bei "Teach the Teacher" von Birgit Fischer verbringen durfte - an einem Ort, der wie dafür geschaffen schien, für einige Tage aus dem Gewohnten herauszutreten und sich auf etwas vollkommen Neues einzulassen.
Als ich mich auf den Weg dorthin machte, fühlte ich mich wie in einem Kokon, eingehüllt in all das, was sich in den vergangenen Monaten und Jahren angesammelt hatte, und mit ziemlich vielen Fragezeichen im Gepäck. Da waren Fragen, die meinen beruflichen Weg betrafen, aber auch sehr persönliche Fragen, und natürlich waren da auch Zweifel, die sich immer wieder zu Wort meldeten.
Warum hatte ich mich eigentlich für diesen fünftägigen Kurs beworben, und warum hatte ich so deutlich gespürt, dass ich genau dort hinwollte? Was war eigentlich schon alles geschehen, seit ich die Zusage bekommen hatte, dabei sein zu dürfen? Und war ich tatsächlich als „Teacher“ geeignet und in der Lage, andere Menschen mit meiner Botschaft zu erreichen und das, was so tief in mir lebt, so nach außen zu tragen, dass es nicht nur gehört, sondern auch gefühlt werden kann?
Dass die herkömmlichen Strategien für mich ausgedient haben, wusste ich bereits, denn das spürte ich schon lange sehr deutlich, und genau dorthin möchte ich auch nicht mehr zurück. Für mich gehört diese Art des Denkens und Handelns zur alten Welt – sowohl die Energie dahinter als auch die Taktiken, Strategien und Methoden, die mir immer mehr das Gefühl geben, etwas tun oder jemand sein zu müssen, um ein bestimmtes Ergebnis zu erzielen. Danke, da bin ich durch.
So vieles habe ich in den vergangenen Jahren verändert, ganz gleich, ob es meinen Konsum von Lebensmitteln, meine Gewohnheiten, meine Lebensweise oder letztlich meine gesamte Art betrifft, wie ich mir selbst und meinem Leben begegne. Immer deutlicher wurde dabei etwas, das für mich inzwischen nicht mehr verhandelbar ist: Echtheit und Authentizität.
Das ist es, was ich liebe, das ist es, worum es mir geht, und genau aus dieser Echtheit heraus darf sich nun auch ein neuer, ein anderer Weg zeigen, meine Arbeit zu tun. Ein Weg, der mich nicht von mir wegführt, weil ich irgendwelchen Strategien, Konzepten oder Erwartungen entsprechen soll, sondern einer, der mich immer näher zu mir selbst, zu meiner eigenen Wahrheit und zu dem bringt, was wirklich durch mich in diese Welt möchte.
Und von dort aus führt dieser Weg zu den Menschen, die von genau dieser Echtheit erreicht werden wollen, denn erst wenn ich mich selbst wirklich spüre und fühle, wenn ich mir erlaube, in meiner Wahrheit zu stehen und aus ihr heraus sichtbar zu werden, können auch andere mich und das, was ich vermitteln möchte, wirklich spüren. Nicht nur über Worte oder über das, was ich tue, sondern auf einer viel tieferen Ebene – auf Herzebene.
Vielleicht ist genau das auch der Kern dessen, was ich weitergeben möchte: Menschen nicht zu sagen, wer sie sein oder wohin sie gehen sollen, sondern etwas in ihnen zu berühren, das sie wieder an sich selbst erinnert. Es ist dieses Brennen in mir, diese Begeisterung und diese Herzlichkeit, mit der ich andere Menschen aktivieren, berühren und begeistern möchte, damit sie sich wieder an ihre eigene Einzigartigkeit, ihre Schönheit und an all das erinnern, was längst in ihnen lebt und vielleicht nur darauf wartet, wieder gesehen und gefühlt zu werden.
Und so erlebte ich dort, in den Schweizer Bergen an diesem wunderschönen See, einen ganz besonderen Moment, in dem all das plötzlich nicht mehr nur ein Gedanke oder eine Erkenntnis war, sondern zu etwas wurde, das ich mit meinem ganzen Sein erfahren konnte.
Ich spürte, wie ich begann, mich aus meinem Kokon herauszuarbeiten – mühsam, mit einiger Anstrengung und durchaus auch mit Herausforderungen, denn vielleicht braucht es genau diese Kraft, um eine Hülle zu durchbrechen, die uns lange umgeben, geschützt und gleichzeitig begrenzt hat. Stück für Stück wurde dieser Kokon weiter, bis ich zum ersten Mal wirklich spüren konnte, was sich darunter längst entwickelt hatte.
Meine Flügel.
Und während ich sie langsam ausbreitete, noch nicht wissend, wohin sie mich tragen würden und was mich außerhalb dieses vertrauten Kokons erwarten würde, wurde mir klar, dass es irgendwann nicht mehr darum geht, sich zu fragen, ob man fliegen kann.
Irgendwann kommt der Moment, an dem man seinen eigenen Flügeln vertrauen und den Mut haben muss, zum Flug anzusetzen.
Und genau das habe ich getan. Seither kann ich fliegen.